Silber

     
 

 
 

Verführung in Weiß

Nach der Lieblingsfarbe gefragt, antwortet kaum jemand "Weiß". Und trotzdem leben, kleiden und schmücken wir uns gerne mit dieser Farbe. Was macht sie zum Favoriten von Ästheten?

Die Sehnsucht nach der Farbe Weiß ist ein Leitmotiv unserer Zeit. Weiß besitzt diesen wunderbar großzügigen Charme, alle anderen Farben in ein besonderes Licht zu heben und strahlen zu lassen. Wer Weiß liebt, liebt auch die Buntheit der Welt.

 Architekten bauen weiße Domizile als Rückzugsmöglichkeit vor grauem Alltag, Wohnungen erstrahlen in purem Weiß, in dem nur das Licht Konturen schafft und das freies Atmen und Denken ermöglicht, Modedesigner entdecken alle paar Jahre die einzigartige Ausstrahlung dieser klarsten und reinsten Farbe, und weiß-, nein, platinschimmernd rollen die neuesten Cabrios und Coupés von den Bändern nobler Autoschmieden.
Nach der postmodernen, dekorativen Farbigkeit der achtziger Jahre lieben wir die Rückkehr weißer Sinnlichkeit. So, wie die Erkenntnis reifte, dass weniger mehr, leise besser als laut, subtil besser als vordergründig sein kann, so veränderte sich unser gestaltetes, kulturelles Umfeld: die Architektur, die Möbel, die Autos, die Mode und der Schmuck. Aber es geht uns nicht nur um den äußeren Schein.

 Wenn wir von Weiß im Schmuck sprechen, dann geht es um die edle Substanz, um Echtheit und Wahrheit. Die Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Im Schmuck erfährt diese Weisheit eine Ergänzung. Schönheit liegt im Wissen um den immanenten Wert. Und deshalb lieben wir das Weiß von edlen Metallen ganz besonders: Den milden Schimmer von Silber, das helle Glänzen von Weißgold und die unnachahmliche Ausstrahlung des reinen Platins - ganz pur, im weiß blitzenden Wettstreit mit Diamanten oder in der Akzentuierung von Farbsteinen.